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Was passiert während der Pubertät im Gehirn?

Die Pubertät ist eine Zeit des Umschwungs und der Veränderung, in der der Mensch sich vom Kind zum Erwachsenen wandelt. Obwohl es natürlich individuelle Unterschiede gibt, lässt sich grob sagen, dass die Pubertät vom 13. bis zum 24. Lebensjahr andauert. In diesem Zeitraum finden gravierende Veränderungen im Körper statt, wobei oft die hormonellen Veränderungen in den Vordergrund gestellt werden. Doch auch im Gehirn ändert sich in dieser Lebensphase einiges. Wenn man sich dessen bewusst ist und weiß, was in der Pubertät im Gehirn eigentlich passiert, kann das eine große Hilfe sein, sowohl für Teenager sich selbst besser zu verstehen, als auch für Eltern und andere Erwachsene, die Jugendliche optimal unterstützen und begleiten wollen.

Der Sinn der Pubertät

Die moderne Technik hat zum Vorschein gebracht, dass in der Pubertät Veränderungen in der Struktur und Arbeitsweise des Gehirns stattfinden. Dadurch wird eine andere Sichtweise auf diese Lebensphase möglich, als dass Teenager vollkommen in der Hand von “Hormonen außer Kontrolle” sind. Es geht auch nicht nur um den Wandel von “Unreife” zu “Reife”, sondern es handelt sich um grundsätzliche wichtige Entwicklungsveränderungen, durch die ganz neue Fähigkeiten entstehen können.

Es ist keine optimale Lösung, einfach abzuwarten, bis die Jugendlichen “da durch sind”, sondern die neu entstandenen Eigenschaften wie emotionale Intensität, soziales Engagement, der Drang Neues auszuprobieren und Kreativität sollten genährt werden. Die Pubertät kann zwar manchmal herausfordernd für die ganze Familie sein, ist aber evolutionstechnisch gesehen wichtig für das Überleben der Menschheit. So hat der Drang Neues zu entdecken z.B. zur Folge, dass Jugendliche sich zunehmend von ihrer Familie abnabeln. Und der verstärkte Fokus auf Vorteile und kurzfristige Belohnungen hat die positive Auswirkung, dass Teenager bereit sind, Risiken einzugehen, die sie annehmen müssen, wenn sie ihr Zuhause verlassen und in die Welt hinaus gehen.

Übrigens findet man auch in der Tierwelt erhöhte Risikofreudigkeit während dem Erwachsenwerden, z.B. bei Vögeln, Hyänen, Delfinen, Elefanten, Pferden und Ottern. Diese Biologie der verringerten Angst, des größeren Interesses an Neuem und der Impulsivität hat einen artübergreifenden Zweck. Wenn das Nest nicht verlassen wird, stagniert eine Spezies und kann nicht überleben. In Gruppen finden sowohl viele Tierarten als auch wir Menschen Sicherheit und Zugehörigkeit, weswegen wir uns meist davon angezogen fühlen. In der Pubertät, die eine Phase des Ablösens von den Eltern ist, ist das Bedürfnis nach Sicherheit durch eine Gruppe besonders stark ausgeprägt.

Verstärkte Dopamin-Ausschüttung

Im Jugendalter steigt die Aktivität der neuronalen Verschaltungen im Gehirn, die Dopamin benutzen. Der “Glücksbotenstoff” Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine zentrale Rolle im Belohnungssystem des Gehirns spielt. Dieser Anstieg beginnt in der frühen Pubertät und hat seinen Höhepunkt in deren Mitte. Er ist die Ursache dafür, dass Jugendliche sich von aufregenden Erfahrungen und berauschenden und anregenden Gefühlen angezogen fühlen, da die verstärkte Dopamin-Ausschüttung den Drang nach Belohnung und Befriedigung zu streben, erhöht.

Studien deuten an, dass der Grundspiegel von Dopamin während der Pubertät niedriger als normal ist, was erklären kann, warum Jugendliche schnell ein Gefühl von Langeweile empfinden können. Tritt dann ein anregendes Erlebnis ein, ist die Freisetzung von Dopamin wiederum höher als in anderen Lebensphasen. Dies äußert sich in einem starken Gefühl lebendig zu sein. Deshalb konzentrieren sich Teenager verstärkt auf in Aussicht stehende positive Belohnungen. Sie sind sich der potenziellen Risiken und Nachteile ihrer Aktionen zwar meistens bewusst, aber werten die aufregenden potenziellen Vorteile stärker. Das Risiko scheint es wert zu sein.

Es besteht also eine verstärkte Impulsivität ohne Nachdenken und Reflektion. Denn obwohl die einzelnen Fakten der Situation durchaus wahrgenommen werden, berücksichtigt die pubertäre Denkweise den Gesamtzusammenhang nicht. Sie fokussiert sich auf die Details und es fehlt der Blick für das große Ganze. Dies wird auch Hyperrationalität genannt und wird durch die Anwesenheit oder potenzielle Aufmerksamkeit von Gleichaltrigen noch verstärkt.

Eine weitere Folge der verstärkten Dopamin-Ausschüttung bei Jugendlichen ist eine erhöhte Suchtgefährdung, da alle Verhaltensweisen und Stoffe, die süchtig machen können, die Freisetzung von Dopamin auslösen. Dazu gehören neben den bekannten Drogen und Alkohol sogar auch viele industriell produzierte und kohlenhydratreiche Lebensmittel.

Im Laufe der Pubertät verändert sich das Denken dann von Hyperrationalität zu einem Denkprozess, bei dem auch der größere Zusammenhang einer Entscheidung berücksichtigt und die eigene Intuition genutzt wird, anstatt sich nur auf die sofortige Dopamin-getriebene Belohnung zu fokussieren. Zu diesem Zweck beginnen in der Pubertät bestimmte Fasern, die einen mentalen Raum zwischen Impuls und Handlung schaffen, im höherentwickelten Teil des Gehirns (präfrontaler Kortex) zu wachsen, um dem verstärkten Belohnungssystem entgegenzusteuern. So kann im Laufe der Zeit schließlich “kognitive Kontrolle” entstehen, die eine wichtige Rolle im reflektierten Nachdenken und der Minimierung von Gefahren und Risiken spielt.

Umbau im Gehirn

In der Pubertät vernetzen sich die verschiedenen Bereiche des Gehirns und werden integriert. Eine Folge davon ist das Wachstum der bereits erwähnten Fasern der kognitiven Kontrolle, die letztendlich Impulsivität verringern. Eine weitere Folge ist erhöhtes abstraktes Denken und Ausbildung der Intuition, was dabei hilft das große Ganze zu sehen, sich auf positive Werte zu fokussieren und weisere Entscheidungen zu treffen.

Der Umbau im jugendlichen Gehirn besteht aus verschiedenen Phasen, deren Zeitpunkt größtenteils genetisch bedingt wird. Dabei handelt es sich hauptsächlich um zwei entscheidende Prozesse:

1. Die Verringerung der Anzahl an Neuronen und deren Verbindungen (Synapsen)

Dieser Prozess scheint sowohl genetisch gesteuert als auch von den im bisherigen Leben gemachten Erfahrungen abhängig zu sein. Denn sowohl unsere Gene als auch unsere Erfahrungen tragen dazu bei, wie sich Synapsen und Netzwerke über die verschiedenen Hirnareale hinweg bilden. Deswegen ist es sinnvoll, vor dem Ende der Pubertät viele verschieden Dinge auszuprobieren, z.B. im handwerklichen, sportlichen und musischen Bereich. Denn durch Aufmerksamkeit werden Energie- und Informationsströme durch bestimmte Neuronenschaltkreise gelenkt, wodurch diese aktiviert werden. Sie werden dann stärker und ausgeprägter, je mehr sie benutzt werden, und dadurch wird es immer unwahrscheinlicher, dass sie vom Abbauprozess betroffen sind. Deswegen spielt es eine wichtige Rolle für das Gehirnwachstum, insbesondere in der Pubertät, welche Erfahrungen man sammelt und mit was man sich beschäftigt.

Stress intensiviert den Prozess des Abbaus von Neuronen und Synapsen und hat deshalb einen schädlichen Einfluss auf die Gehirnentwicklung im Jugendalter.

2. Die zunehmende Myelinisierung

Die verbundenen Neuronen werden an den Synapsen mit Myelin umhüllt, was dazu führt, dass elektrische Signale schneller weitergeleitet werden. Dadurch wird der Informationsfluss im Gehirn schneller und besser synchronisiert und gewinnt enorm an Effektivität und Effizienz.

Sowohl der Abbau von Neuronen und Synapsen als auch die Myelinisierung tragen beide zur Integration, also der Vernetzung verschiedener Teile, des jugendlichen Gehirns bei. Die neuronalen Verbindungen formen, wie wir fühlen, denken, überlegen und Entscheidungen treffen. Durch den Umbau im Gehirn während der Pubertät werden einzelne Bereiche spezialiserter und die Verbindungen untereinander werden effektiver. Dadurch wird die Koordination im Gehirn erhöht und das Denken in Gesamtzusammenhängen, ohne sich in Details zu verlieren, wird möglich. Die Folge davon ist, dass klügere Einschätzungen und Entscheidungen getroffen werden können, indem abstraktes und vorausschauendes Denken mit Intuition, die ermöglicht, dass wir uns auf positive Werte stützen und berücksichtigen, was uns wirklich wichtig ist, gepaart wird.

Die Funktion des präfrontalen Kortexes

Die meisten Veränderungen im Gehirn während der Pubertät geschehen im präfrontalen Kortex. Dieser hat eine integrative Funktion und ist zuständig für die Verbindungen zwischen den verschiedenen Hirnbereichen und auch zwischen dem Gehirn und dem Körper (gesamtes Nervensystem, Signale von Herz, Darm und Muskeln).

Außer für unseren eigenen internen mentalen Prozess spielt der präfrontale Kortex auch eine zentrale Rolle im sozialen Aspekt, also für die Verbindungen zu anderen Menschen und für die Entstehung von Emapthie und moralischem Verhalten. In diesem Hirnbereich werden sozusagen Landkarten der sozialen Welt erstellt.

Durch die stattfindende Integration im präfrontalen Kortex werden dort viele verschiedene Einflüsse vernetzt und koordiniert. Dadurch wird die Gesamtheit mehr als die Summe ihrer Teile, was sich z.B. in Reflektionsfähigkeit, Flexibilität, kognitiver Kontrolle, emotionaler Regulation, Denken in größeren Zusammenhängen, Selbsterkenntnis, Empathie und sozialen Verhaltensweisen zeigt.

Während Kinder vor der Pubertät im Allgemeinen offen für alles sind und hauptsächlich Wissen von anderen aufsaugen und dies wörtlich übernehmen, ohne viel zu hinterfragen, geschieht in der Pubertät durch den Umbau des präfrontalen Kortex eine Transformation dahin, dass wir als Jugendliche beginnen, uns über uns selbst bewusst zu werden und über das Leben in konzeptioneller und abstrakter Weise nachzudenken. Unser sich entwickelnder jugendlicher Verstand beginnt damit, bewusst und kreativ den tieferen Sinn von Leben, Freundschaften, Eltern, Bildung und vielem mehr zu erkunden. Dies ist unsere menschliche Fähigkeit, das Wissen über das Wissen zu erfahren, und sie erlaubt uns zu reflektieren, wie wir denken, wie wir fühlen, warum wir tun was wir tun und wie wir Dinge anders tun könnten. Hierdurch wird ermöglicht, alte Probleme und das eigene Selbstverständnis auf neue Wege anzugehen (“Outside-the-box-Denken”).

Das Wachstum des präfrontalen Kortex kann u.a. durch Achtsamkeitsübungen, durch Selbstreflektion und durch positive Interaktion mit anderen Menschen unterstützt werden.

Schadenspotenzial und emotionale Intensität

Wenn es in der Kindheit Schadenspotenzial im Aufbau des Gehirns gibt, dann kann die Pubertät durch den Abbau von Neuronen und ihrer Verbindungen diese Gehirnabnormalitäten ans Licht bringen. Auch die neue Aktivierung von Genen während der Pubertät, die beeinflussen, wie Neuronen wachsen und wie sie mit anderen Neuronen interagieren, können die Verletzlichkeit des jugendlichen Gehirns beeinflussen.

Die Gründe für ein solches Schadenpotenzial sind vielseitig: von Genetik über toxische Einflüsse bis hin zu negativen Kindheitserfahrungen wie Missbrauch oder Vernachlässigung. Wegen dem Abbau der Neuronen und Synapsen kommen diese Defizite in der Pubertät ans Licht. Dadurch kann das integrative Wachstum des Gehirns nicht optimal ablaufen und, je nachdem welche Vernetzungen betroffen sind, können die Koordination und das Gleichgewicht im Gehirn beeinträchtigt werden. Dies zeigt sich dann z.B. in der Form von Depression, bipolarer Störung oder Schizophrenie.

Wenn die Integration im Gehirn beeinträchtigt ist, ist der Verstand nicht so flexibel und belastbar. Manchmal kann hier Psychotherapie helfen und manchmal sind Medikamente notwendig, aber am Anfang sollte stets eine offene Grundhaltung und eine gute Evaluierung stehen. Es ist sehr wichtig, Hilfe zu bekommen und Stress zu reduzieren, da dieser den Abbau der Neuronen und Synapsen, und dadurch das Problem, noch zusätzlich verstärkt.

Unter dem Einfluss von manchen Drogen, einschließlich Alkohol, kann unser Verstand aufhören gut zu funktionieren, weil unser präfrontaler Kortex dann nicht mehr in der Lage ist, die Informationsströme, die von innerhalb unseres Körpers und von der äußeren Welt eintreffen, zu koordinieren und ins Gleichgewicht zu bringen.

Das Gleiche kann auch ohne Drogen passieren, wenn sich der präfrontale Kortex in der Pubertät gerade in einem Umbaustadium befindet und dadurch zu diesem Zeitpunkt besonders anfällig dafür ist, kurzzeitig seine integrative Funktion zu verlieren. Die Folge davon ist, dass Jugendliche “ausrasten”. Tatsächlich handelt es sich hierbei um emotionale überlebenswichtige Reaktionen der unteren Hirnbereiche (Kampf, Flucht, Erstarrung oder Ohnmacht), die ohne den beruhigenden Einfluss des präfrontalen Kortex plötzlich und ohne Vorwarnung zum Vorschein kommen. Dies kann auch bei Erwachsenen passieren, z.B. wenn sie nicht gut geschlafen oder nicht gegessen haben oder unter Druck oder emotionaler Aufregung stehen. Jugendliche werden aufgrund solcher Reaktionen oft als durchgedreht abgestempelt, die Ursache ist jedoch der Umbau und die Veränderungen im integrativen Bereich des Gehirns während der Pubertät. Diese dienen dazu, neue und bessere Funktionsweisen zu schaffen, damit die jungen Erwachsenen sich den Erfordernissen einer sich verändernden Welt anpassen können.

Dazu kommt, dass die Gehirnareale unterhalb des Kortex in der Pubertät aktiver sind als bei Kindern oder Erwachsenen. Dadurch treten Emotionen selbst unter ruhigen äußeren Bedingungen oft schnell und intensiv auf. Der Kortex, in dem Informationen ausgesiebt, nachgedacht und reflektiert wird und der dann die Amygdala (ein Bereich des Gehirns, der für emotionale Äußerungen mitverantwortlich ist) in einer ruhigen rationalen Weise informiert, wird dabei komplett umgangen und der beruhigende Einfluss der hemmenden Fasern des präfrontalen Kortex kommt nicht zum Einsatz. So wurde in bildgebenden Verfahren beispielsweise festgestellt, dass bei Teenagern, im Gegensatz zu Erwachsenen, die Amygdala aktiviert werden kann, indem ihnen das Foto eines neutralen Gesichts gezeigt wird. Deswegen können sich Jugendliche leichter angegriffen fühlen, anderen nicht trauen und sie nehmen neutrale Begebenheiten und Bemerkungen öfters als aggressiv wahr.

Diese emotionale Intensität kann durch das Erlernen von bestimmten Übungen, die den präfrontalen Kortex aktivieren und die Amygdala beruhigen, z.B. “name it to tame it” (Emotionen benennen, um sie zu “zähmen”), zum Teil selbstreguliert werden.

Generell funktioniert das Gehirn zustandsabhängig, das heißt, dass im ruhigen Zustand bestimmte integrative Funktionen gut und effizient funktionieren können, aber in anderen Zuständen weniger gut. So kann z.B. bei einem Jugendlichen, wenn er oder sie gerade emotional ausgeglichen und nicht mit Gleichaltrigen zusammen ist, das logische Denken genauso effizient sein wie bei einem Erwachsenen, aber wenn Gleichaltrige vor Ort sind oder stärkere Emotionen vorhanden sind, ist dies nicht mehr der Fall. Das Umfeld und der innere emotionale Zustand beeinflussen während der Pubertät also direkt, welche Prozesse im Gehirn momentan funktionsfähig sind. Diese Orientierung an und Abhängigkeit von Gleichaltrigen ist keine Unreife, sondern ein notwendiger Schritt in der menschlichen Entwicklung zum Zeitpunkt der Abnabelung vom Elternhaus.

Jugendliche in der Pubertät begleiten

Die Essenz der Pubertät ist es, Probleme auf neue und innovative Art und Weise zu lösen. In dieser Lebensphase ist der Mensch emotional pulsierend, sozial verbunden und auf der Suche nach Neuem. Gepaart mit dem entstehenden abstrakten und konzeptionellen Denken und dem starken Drang nach Belohnung wird kreatives Denken möglich, und durch die Kombination mit bereits vorhandenem Wissen können hieraus echte Innovationen entstehen.

Durch die Tatsache, dass Menschen in der Pubertät anders sein wollen, bleibt unsere Spezies anpassungsfähig. Denn rebellische Köpfe finden oft innovative Lösungen und dies ist in der heutigen Welt, die voller dringender Probleme ist, äußerst notwendig. Der jugendliche Verstand ist voll positiver Kraft und Potenzial für Kreativität und die Pubertät ist eine Phase des Experimentierens.

Die Herausforderung für Eltern und andere erwachsene Wegbegleiter*innen ist, gemeinsam mit den Jugendlichen einen Weg zu finden, wie sie durch diese besonderen Jahre navigieren können, ohne dass diese sich selbst oder andere ernsthaft schädigen oder verletzen. So kann z.B. das Verlangen nach Geschwindigkeit, das durch den natürlichen Dopamin-Belohnungs-Drang entstehen kann, durch entsprechenden Sport statt risikoreicher Aktionen befriedigt werden. Der beste Schutz vor negativen Folgen durch Impulsivität besteht nicht in Verboten oder der Unterdrückung von Impulsen, sondern darin die Reflektion und Festigung von positiven Werten und des Bauchgefühls der Teenager zu unterstützen.

Für Jugendliche, die an einem Punkt in ihrem Leben stehen, in dem sie sich von ihrer Familie lösen und ihren eigenen Weg finden wollen, ist der verstärkte Drang nach sozialen Verbindungen hilfreich dabei, Sicherheit zu schaffen und die Reise in Ungewisse gemeinsam mit anderen anzutreten.

Dass Jugendliche während der Pubertät von Erwachsenen wegdrängen, ist völlig normal und sollte von Eltern mit empathischem Verständnis und respektvoller Kommunikation begegnet werden. Die Kommunikationskanäle stets offen zu halten, auch inmitten von turbulenten Zeiten, ist besonders relevant.

Wenn die wichtigen und notwendigen Veränderungen im Gehirn von den Jugendlichen und ihren Eltern anerkannt werden, anstatt sie zu verachten, kann die Pubertät eine aufregende und lebensbejahende Phase für alle Beteiligten sein.

Text: Nina Downer

Dieser Artikel erschien erstmals im Jahr 2020 in der Freilernerzeitschrift Heft 86 – Rollenbilder & Erwachsenwerden.

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